Hätte Ihr Notar Sie vor der Zahlungsunfähigkeit Ihres Käufers schützen müssen?

Was pas­siert, wenn Ihr Haus­käu­fer nicht zahlt?

Kön­nen Sie als pri­va­ter Haus­ver­käu­fer Ih­ren be­ur­kun­den­den No­tar da­für haft­bar ma­chen?

Teil 1/2 

4 ein­fa­che Tricks, wie Sie ein fi­nan­zi­el­les Drama ver­mei­den

Dieser Artikel behandelt die Frage, ob Ihr beurkundender Notar die Zahlungsfähigkeit Ihres Käufers nachzuprüfen und sicherzustellen hat.

Was hat mein Klas­sen­tref­fen mit Ih­rem pri­va­ten Haus­ver­kauf zu tun?

Mehr als Sie den­ken!

Nach­fol­gen­der Be­richt wird Ih­nen für die ent­schei­den­den Mo­mente Ih­res pri­va­ten Haus­ver­kaufs die Au­gen öff­nen!

In der letz­ten Wo­che fand un­ser Klas­sen­tref­fen statt. Im Zwei­jah­res­rhyth­mus se­hen wir uns. Die meis­ten mei­ner Klas­sen­ka­me­ra­den sind jetzt Rent­ner. Sie er­zähl­ten von ih­ren Rei­sen, den En­kel­kin­dern, von Krank­hei­ten und ge­mein­sam be­trau­er­ten wir den Tod ei­ner ehe­ma­li­gen Mit­schü­le­rin.

Die Ge­tränke wur­den be­stellt und (nen­nen wir sie „Hilde“) Hilde brannte et­was un­ter den Nä­geln. Un­ru­hig rutschte sie auf Ih­rem Stuhl hin und her und beugte sich schon in meine Rich­tung.

Kaum hat­ten wir un­sere Er­öff­nungs­ge­sprä­che er­le­digt (schnat­ter, schnat­ter, wie frü­her in der Schule…), spru­delte Hilde los, wohl­wis­send, dass ich mei­nem Hobby als Im­mo­bi­li­en­mak­le­rin bis zu mei­nem 80. Le­bens­jahr nach­ge­hen werde, „stell dir mal vor…“ alle an­de­ren hat­ten Sen­de­pause, nur Hilde war dran. Als sie ihre Story be­en­det hatte, sa­ßen alle mit weit auf­ge­ris­se­nen Au­gen da. Die Bli­cke al­ler gin­gen dann in meine Rich­tung. Von mir als Fach­frau in Im­mo­bi­li­en­fra­gen er­war­te­ten sie nun ei­nen Kom­men­tar…

Hildes Story ging so:

Ihr al­ter Schwie­ger­va­ter bat sei­nen Sohn und seine Schwie­ger­toch­ter, näm­lich Hilde, sein Haus zu ver­kau­fen, da­mit er sich von dem Geld in ei­nem hie­si­gen Wohn­stift ein­kau­fen könne. Wie selbst­ver­ständ­lich be­gan­nen sie ihre ZahlungsunfähigkeitVer­kaufs­ak­ti­vi­tä­ten.

Fro­hen Mu­tes und vol­ler Op­ti­mis­mus ga­ben sie An­zei­gen auf und ver­öf­fent­lich­ten Schwie­ger­va­ters Ob­jekt auch im In­ter­net. Sie hat­ten darin Übung, weil sie schon zwei­mal da­vor ein Haus pri­vat ver­kauf­ten. Sie ka­men kom­plett ohne Mak­ler­un­ter­stüt­zung aus und bis­lang war al­les gut ge­gan­gen.

Nach re­la­tiv kur­zer Zeit, so Hilde wei­ter, mel­dete sich ein jun­ger Mann. Vol­ler Be­geis­te­rung tat er kund, er wolle das Haus kau­fen. Als Hilde und ihr Mann von ihm wis­sen woll­ten, wie es denn mit der Fi­nan­zie­rung aus­sehe, gab er gön­ner­haft an, die Fi­nan­zie­rung? Das wäre gar kein Pro­blem, denn sein Opa hätte viel Geld und er würde das Haus bar be­zah­len.

Ich hörte aus Hil­des Mund nur die Worte „bar be­zah­len“ und sprang dar­auf an wie… und fiel ihr ins Wort: „Wie bitte? Bar­zah­lung?“

Hilde: „Warte es ab, es kommt ja gleich.“

Ich: „Und wie habt ihr das ge­re­gelt mit dem Bar­geld, dass der Opa des jun­gen Man­nes bar be­zah­len will?“Barzahlung

Hilde: „Wir mach­ten ei­nen Notar­ter­min beim No­tar XY. Wir fühl­ten uns bei ihm gut auf­ge­ho­ben und ver­trau­ten ihm. Mein Mann kannte ihn. Als der Zah­lungs­ein­gangs­ter­min ver­stri­chen war, ohne dass der Schwie­ger­va­ter sein Geld auf dem Konto hatte, wur­den wir un­ru­hig.“

Ich: „Das kann ich mehr als ver­ste­hen! Und wie ging es dann wei­ter?“

Hilde: „Nix ging wei­ter! Wir muss­ten lei­der fest­stel­len, dass wir ei­nem Be­trü­ger auf­ge­ses­sen wa­ren.“

Ich: „Oh Gott, und was pas­sierte dann?“

Hilde: „Wir muss­ten den jun­gen Mann ver­kla­gen. Wir hat­ten dann zwar ei­nen Ti­tel ge­gen ihn, aber kein Geld auf dem Konto. Ge­nau ge­nom­men ge­hörte mei­nem Schwie­ger­va­ter das Haus nicht mehr. Durch die Un­ter­schrift un­ter dem Kauf­ver­trag er­folgte die Auf­las­sungs­vor­mer­kung und die Um­schrei­bung nahm ih­ren Lauf.

Nach den Sche­re­reien muss­ten wir wohl oder übel un­sere Ver­kaufs­be­mü­hun­gen wie­der am Punkt null be­gin­nen. Weil der Schwie­ger­va­ter nicht zu den Ärms­ten ge­hört, hat er den fi­nan­zi­el­len Scha­den der An­walts­kos­ten gut weg­ge­steckt. Wir sind das Ob­jekt dann noch los­ge­wor­den. Aber der Schock dar­über, dass un­ser Haus ohne Ge­gen­leis­tung vor­erst weg war und wir ei­nem Be­trü­ger auf­ge­ses­sen wa­ren, sitzt uns jetzt noch in den Kno­chen.“

Ich: „Hilde, sag mal, das eine ist mir un­ver­ständ­lich! Habt ihr dem jun­gen Mann ein­fach so ver­traut? Und dann als Wei­te­res ge­glaubt, euer No­tar wäre da­für zu­stän­dig, die Zah­lungs­fä­hig­keit eu­res Käu­fers zu über­prü­fen und si­cher­zu­stel­len? Das er­schüt­tert mich!“Zahlungsunfähigkeit

Von den Klas­sen­ka­me­ra­den wa­ren ei­nige der Mei­nung, dass das doch Sa­che des No­tars ge­we­sen wäre. Stim­men­ge­wirr, Wort­fet­zen wie „das ge­hört aber doch zu den Pflich­ten ei­nes No­tars, sich darum zu küm­mern. Na, Hilde, das würde ich mir aber nicht ge­fal­len las­sen! Sol­che Schnit­zer kann sich doch ein No­tar gar nicht er­lau­ben!“, das war die Wort­füh­re­rin Sy­bille – so wie da­mals schon.

Hilde blieb da­bei, dass ihr No­tar „an­sons­ten wirk­lich ein ganz Gu­ter wäre“, wört­lich.

Weil den an­de­ren Klas­sen­ka­me­ra­den jetzt das Thema lang­wei­lig wurde, ver­blieb keine Mög­lich­keit zur wei­te­ren Ver­tie­fung.

 

Fort­set­zung folgt in Teil 2…

  • In Teil 2 un­ter­su­chen wir, ob Ihr be­ur­kun­den­der No­tar wirk­lich da­für zu­stän­dig ist, die Zah­lungs­fä­hig­keit ih­res Käu­fers zu über­prü­fen.

 

  • Au­ßer­dem er­fah­ren Sie, wie Sie als pri­va­ter Haus­ver­käu­fer Ihr Ver­mö­gen ein­fach und wir­kungs­voll in Ver­bin­dung mit Ih­rem Haus­ver­kauf schüt­zen kön­nen.

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