Fortsetzung von: Wie Sie jetzt den schrecklichsten Klassiker des Hausverkaufs-Gespräches in einen harmonischen Waldspaziergang umwandeln Teil 2/3

und zu­sätz­lich zum Ver­kauf

 a) ei­nen hö­he­ren Ver­kaufs­er­lös er­zie­len und

b) viel schnel­ler zum No­tar kom­men

 

Und so nahm in der be­sag­ten Be­spre­chungs­stunde, als ich mit den Ei­gen­tü­mern und dem jun­gen Käu­fer­ehe­paar zu­sam­men­saß, das Schick­sal be­droh­lich sei­nen Lauf…

Ja, so war das und ich be­wegte mich mit den Ver­käu­fern auf sehr dün­nem Eis…

weil, ja, weil et­was ge­schah, wo­mit ich nicht rech­nete:

Ich be­grüßte die An­we­sen­den, er­öff­nete die Be­spre­chung und schnel­ler als ich den­ken konnte, über­nahm ganz plötz­lich der Haus­ei­gen­tü­mer das Zep­ter, in­dem er an­fing, wohl­mei­nend und sehr lie­bens­wür­dig vor­zu­pre­schen und – vom letz­ten Ur­laub zu er­zäh­len.

Moment mal, denke ich, wir sitzen doch hier zusammen, um über den Verkauf samt Preis und die Übergabe zu sprechen!

Und ich kann in die­sem Mo­ment nichts an­de­res ma­chen, als still da­zu­sit­zen und mich nur auf­zu­re­gen! Da­mit hatte ich nicht ge­rech­net und ich weiß nicht, wie ich das Ru­der rum­rei­ßen soll… Er re­det und re­det…

Ihm jetzt ins Wort zu fal­len, nee, das ver­bot mir mein Takt- und Fin­ger­spit­zen­ge­fühl!

Ich wusste ja

1. es ist nicht seine „Schuld“, er meinte es nur gut, er dachte ja, dass er mit sei­nem Re­den al­les rich­tig machte

2. es ist meine Schuld, weil ich ihn nicht vor­her, aus Man­gel an Zeit, dar­auf hin­wies, dass er die Ge­sprächs­füh­rung ru­hig mir über­las­sen möge und

3. wusste ich, was sich hin­ter sei­nem Re­den ver­barg: die blanke Angst. Ich sah sie in sei­nen Au­gen…, dazu mehr wei­ter un­ten…

Ich fing an zu schwit­zen, denn ich sah, wie der Ehe­mann der Kauf­in­ter­es­sen­ten ner­vös und ner­vö­ser wurde. Aus rei­ner Höf­lich­keit hörte er dem Ver­käu­fer noch zu, ließ ihn re­den – seine Kör­per­spra­che ver­riet mir, dass er nicht mehr lange in die­ser Runde sit­zen und vor al­len Din­gen keine al­ten Ur­laubs­er­leb­nisse hö­ren wollte, son­dern jetzt und hier ein­fach nur ein Haus zu ei­nem ver­nünf­ti­gen Preis kau­fen will.

Die Ver­käu­fer: Ein be­tag­te­res Ehe­paar, das sein Ob­jekt ver­kau­fen wollte, um an­schlie­ßend eine Ei­gen­tums­woh­nung zu be­zie­hen, weil ih­nen das große Haus und der noch grö­ßere Gar­ten al­les in al­lem zur Last ge­wor­den wa­ren. Sie hat­ten mir den Auf­trag auf­grund ei­ner Emp­feh­lung er­teilt.

Die Käu­fer: Ein jun­ges Ehe­paar mit zwei klei­nen quick­le­ben­di­gen und so sü­ßen Kin­dern.

Un­ser Büro-Team und ich als Che­fin,

  • nah­men den Auf­trag an
  • mach­ten eine Orts­be­ge­hung
  • wir lie­ßen uns alle re­le­van­ten Ob­jekt­un­ter­la­gen ge­ben
  • er­stell­ten ein Ex­posé
  • ver­öf­fent­lich­ten es im Im­mo­bi­li­en­s­cout 24. de
  • schal­te­ten eine An­zeige in un­se­rer Lo­kal­presse.

Nach we­ni­gen Stun­den tru­del­ten im In­ter­net die ers­ten Be­sich­ti­gungs­wün­sche ein, meine Se­kre­tä­rin stimmte die Ter­mine zur Be­sich­ti­gung ab, ich führte die Be­sich­ti­gun­gen durch (wie aus dem Bil­der­buch: 20 Min. pro Be­sich­ti­gung!) und fer­tig war ich! Mit je­der ein­zel­nen Be­sich­ti­gung. Su­per!

Aber der Ha­ken an der Sa­che war der, dass die Be­sich­ti­gun­gen statt­fan­den und die junge Fa­mi­lie kau­fen wollte, zu ei­ner Zeit, als die Ei­gen­tü­mer noch nicht wie­der im Hause wa­ren, sprich der plötz­li­che Ver­kaufs­pro­zess war in vol­lem Gange und die Ver­käu­fer fühl­ten sich von die­sen Ak­tio­nen (po­si­tiv) über­rum­pelt.

Das Verkäufer-Ehepaar musste (wie oben be­rich­tet) eine lang­ge­plante Se­nio­ren­reise an­tre­ten und es ver­blieb keine Zeit, um den Ehe­mann (die Ehe­frau wusste be­reits Be­scheid, wie ich die Be­sich­ti­gun­gen durch­füh­ren werde – d. h., ich er­läu­terte ihr ge­nau, dass aus­schließ­lich ich das Ge­spräch mit den Kauf­in­ter­es­sen­ten füh­ren werde, hatte aber, weil sich die Er­eig­nisse über­schlu­gen, ver­säumt, sie zu bit­ten, ih­ren Ehe­mann von un­se­rem Ge­spräch in Kennt­nis zu set­zen.

Und das war ein gro­ßer Un­ter­las­sungs­feh­ler – von mei­ner Seite – wie Sie gleich er­fah­ren wer­den!

Von wel­cher Art war mein Un­ter­las­sungs­feh­ler? Ant­wort: Der Ehe­mann wurde nicht „ein­ge­weiht“!

Das müs­sen Sie sich ein­mal so rich­tig bild­lich vor­stel­len, der Kauf­in­ter­es­sent will kau­fen – und der Ver­käu­fer er­zählt Ur­laubs­ge­schich­ten!! Ohne Punkt und Komma! So dass ich keine Mög­lich­keit fand, ihn zu stop­pen.

Im­mer wie­der das Glei­che! Sie (die pri­va­ten Haus­ver­käu­fer) re­den zu­viel! Wenn Sie aus die­sem Blog­text nichts wei­ter mit­neh­men konn­ten, aber doch zu­min­dest das eine: Mund hal­ten! (Wenn Sie mehr dar­über in­ter­es­siert: Un­ser E-Book „Die 11 Gol­dene Mak­ler­re­geln“ be­han­delt die­ses über­aus wich­tige Thema de­tail­liert).

Hier in die­sem Falle bin ich da­bei, bin Zeuge, wie ge­rade ein wun­der­ba­rer Preis zer­re­det wird – und nicht nur das…

Fort­set­zung folgt… im nächs­ten Blog. Schauen Sie ru­hig wie­der rein und er­fah­ren Sie, wie es wei­ter­ging…

 

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