Immobilienbewertung online

Wenn Sie Ihre Im­mo­bi­lie nur on­line be­wer­ten, kön­nen Sie un­ter Um­stän­den 75.000 EUR und mehr ver­lie­ren. Le­sen Sie hier den Pra­xis­test…

Wir alle ken­nen noch das Ge­fühl aus der Ju­gend, der ma­gi­sche Mo­ment, als wir end­lich un­se­ren Füh­rer­schein in Hän­den hiel­ten. Be­deu­tete das doch, dass wir ab nun rich­tig Auto fah­ren kön­nen und vor al­len Din­gen auch dür­fen. Frei­heit to­tal!

Was hat die­ses Bei­spiel aber mit der Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung on­line zu tun? Mehr als Sie den­ken! Le­sen Sie wei­ter, wenn Sie ge­rade im Be­griff sind, Ihre Im­mo­bi­lie pri­vat zu ver­kau­fen, also pro­vi­si­ons­frei und ohne Mak­ler. Ohne Mak­ler heißt ja, dass Sie nie­man­den an der Seite ha­ben, der die so wich­tige Wert­ermitt­lung für Ihr ge­lieb­tes Ob­jekt vor­neh­men wird und des­halb kom­men Sie auf die gute Idee, dass Sie das sel­ber auch gut hin­krie­gen wer­den. Denn Sie ha­ben beim „Rum­goo­geln“ ent­deckt, dass es Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung on­line im In­ter­net gibt. Hah, und das er­in­nert Sie ir­gend­wie an frü­her, also an diese Füh­rer­schein­sa­che. So toll! End­lich gibt es diese Mög­lich­keit, sich ganz al­lein und sel­ber um den Ver­kaufs­preis für Ihr Ob­jekt zu küm­mern. Freude stellt sich ein, ganz so wie da­mals, die­ses Hoch­ge­fühl, diese Frei­heit! Sie müs­sen nur al­les rich­tig ma­chen – und schwupps wird Ih­nen diese Super-Internet-Maschine durch eine Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung on­line den rich­ti­gen Preis, den Sie schon leuch­tend vor sich se­hen, aus­spu­cken.

Was sich für den Laien sehr ver­füh­re­risch an­hört – Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung on­line – ha­ben wir, meine Mit­ar­bei­te­rin und ich, ge­nauer un­ter die Lupe ge­nom­men. Als Fach­leute in­ter­es­sierte uns:

  •   wie funk­tio­niert es
  •   wie zu­ver­läs­sig und treff­si­cher ist das Er­geb­nis

Da­für muss­ten wir nichts wei­ter tun, als uns in die Lage ei­nes pri­va­ten Haus­ver­käu­fers zu ver­set­zen. Da­mit das Re­sul­tat ei­ner Ver­gleich­bar­keit stand­hielt, ga­ben wir ex­akt die Ob­jekt­da­ten da­für ein, die uns von un­se­rem zu­letzt ver­kauf­ten Haus vor­la­gen. Zu­sätz­lich schal­te­ten wir un­ser Auf­nah­me­ge­rät ein, um die Phase, die ein pri­va­ter Haus­ver­käu­fer ge­nau so er­le­ben würde, fest­zu­hal­ten. Die auf­ge­nom­mene Sprach­da­tei woll­ten wir un­kor­ri­giert und 1 : 1 als Pod­cast in un­se­ren Blog ein­stel­len. Es ging also los.

Schnell noch ein Blick in die Akte. Wir ha­ben die­ses Vergleichs-Objekt er­folg­reich in kur­zer Zeit mit un­se­rer er­prob­ten Stra­te­gie, die ich in mei­nen „11 Gol­de­nen Mak­ler­re­geln“ wie­der­gebe, ver­kauft. Der Ver­kaufs­preis be­trug 251.000 €. So­mit ist auch Ih­nen gleich hier an die­ser Stelle der Ver­kaufs­preis be­kannt, von dem wir nun wis­sen woll­ten, ob er uns mit der Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung on­line be­stä­tigt wird. Immobilienbewertung online

Die An­mel­dung bzw. das Ein­log­gen ging uns leicht von der Hand. OK, wir sind darin ge­übt – und wir hat­ten alle er­for­der­li­chen Daten und Fak­ten zur Hand. Was sehr zu emp­feh­len ist. Auch wer in der Ein­gabe der Objekt-Eckdaten un­ge­übt ist, wird sich leicht­tun mit der bediener- und nut­zer­freund­li­chen Ober­flä­che. Al­les in al­lem be­nö­tig­ten wir ca. 25 Mi­nu­ten mit der Ein­gabe der ge­for­der­ten Daten und dem An­kreu­zen nach der Multiple-Choice-Methode. Die Span­nung stieg. Un­sere Frage, wer lie­fert für den Ver­käu­fer den treff­si­che­re­ren Ver­kaufs­preis, lag un­aus­ge­spro­chen in der Luft. Und dann: Knopf­druck und das Er­geb­nis lag vor! Im PDF-Format. Und wir staun­ten!

Das Ergebnis der Immobilienbewertung online im Praxistest

Her­aus­ge­kom­men sind ins­ge­samt 15 Sei­ten Pa­pier, die auf den ers­ten Blick ei­nen op­tisch pro­fes­sio­nel­len Ein­druck er­zeu­gen.

Zum In­halt der 15 Sei­ten:

  • Seite 1: Deck­blatt, Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung, Ver­gleichs­wert­be­rech­nung (Adresse des Ob­jek­tes, Name und An­schrift des Er­stel­lers, Ab­fra­ges­tich­tag, Bewertungs-ID, In­halt)
  • Seite 2: Er­geb­nis Im­mo­bi­li­en­wert
  • Seite 3: Preis­in­for­ma­tio­nen des Im­mo­bi­li­en­fo­rums
  • Seite 6: Ob­jekt­be­schrei­bung
  • Seite 7: Er­läu­te­run­gen
  • Seite 8: Recht­li­che Hin­weise
  • Seite 9: Ver­gleichs­ob­jekte als Wert­be­rech­nungs­grund­lage
  • Seite 12: Er­läu­te­rung Ausstattungs- und Nut­zungs­merk­male

Jetzt wird das Ge­heim­nis ge­lüf­tet, was uns in Er­stau­nen ver­setzte. Sie wer­den nicht glau­ben, was auf Seite 2 stand: „Er­mit­tel­ter durch­schnitt­li­cher Markt­wert“:

176.000 Euro!

Da stand es schwarz auf weiß! Im Kopf rech­ne­ten wir ganz schnell mal nach (im Pod­cast fest­ge­hal­ten), dass 251.000 € – 176.000 € = 75.000 € er­gibt. Wir ka­men ins Grü­beln. Die­ses Re­sul­tat gab uns schwer zu den­ken. Für ei­nen klei­nen Mo­ment stellte sich Rat­lo­sig­keit ein, auch Fas­sungs­lo­sig­keit! Denn wir hat­ten so­fort klar vor Au­gen, wel­che fi­nan­zi­el­len Kon­se­quen­zen das für ei­nen pri­va­ten Haus­ver­käu­fer ha­ben kann. Auf un­ser Bei­spiel be­zo­gen, den Ver­lust von 75.000 €.

Wir woll­ten es uns nicht wei­ter aus­ma­len, wie der Ver­kauf der Im­mo­bi­lie, von der wir die Daten ein­ga­ben, aus­ge­gan­gen wäre, wenn die Ver­käu­fer nicht zu uns ge­kom­men wä­ren mit der Bitte, ihr Ob­jekt zu ver­kau­fen, son­dern es selbst ver­sucht hät­ten und die Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung on­line ge­nutzt hät­ten, in Treu und Glau­ben, wenn es diese Mög­lich­keit der Online-Bewertung gibt, dann wird das al­les schon seine Rich­tig­keit ha­ben. Wenn Sie Ihr Haus lie­ber sel­ber ver­kau­fen wol­len, dann le­sen Sie meine „11 Gol­de­nen Mak­ler­re­geln“ mit al­len wert­vol­len Profi-Makler-Tipps.

Ei­nes trös­tet uns da­bei: Un­sere Kun­den hät­ten höchst­wahr­schein­lich nie er­fah­ren, dass sie sich für ihre Im­mo­bi­lie den Mehr­er­lös von 75.000 € mit der Online-Bewertung „durch die Lap­pen gin­gen“ lie­ßen.

Gut zu wissen – Maschine vs. Mensch

Kri­tisch se­hen wir Fol­gen­des:Immobilienbewertung online

Kom­men wir zu­rück zu un­se­rem Test der Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung on­line. Eine Un­ter­schei­dung bei der Grund­stücks­an­gabe in Ei­gen­tum oder Erb­pacht wird nicht vor­ge­nom­men und dem­zu­folge in der Be­rech­nung un­be­rück­sich­tigt ge­las­sen. Auf dem rea­len Im­mo­bi­li­en­markt ist das von er­heb­li­cher Re­le­vanz.

Die Zwi­schen­stufe, wie der Nut­zer vom Ver­kehrs­wert zum Markt­wert ge­langt, wird aus­ge­las­sen und nur der Markt­wert be­trach­tet. Je nach wirt­schaft­li­cher Lage, kann im Markt­wert die meiste Mu­sik drin sein. Soll hei­ßen, dass in wirt­schaft­lich gu­ten Zei­ten, der Markt­wert vom Ver­kehrs­wert er­heb­lich nach oben hin ab­wei­chen kann.

Wir wol­len den Ma­schi­nen zu­gu­te­hal­ten, oder ge­nauer ge­nom­men den Men­schen, die da­für sor­gen, dass ihre pro­gram­mier­ten Ma­schi­nen Re­sul­tate er­mit­teln, die auf Grund von Ver­gleichs­ob­jek­ten zu­stan­de­kom­men. Ge­nau hier ist Kri­tik an­zu­set­zen. Denn nicht je­der Haus­ver­käu­fer, der sein Ob­jekt übers In­ter­net ver­öf­fent­lichte, gibt an­schlie­ßend nach ab­ge­schlos­se­nem Ver­kauf den er­ziel­ten Ver­kaufs­preis ein. D. h., die Daten­bank, die nor­ma­ler­weise mit die­sen Daten ge­füt­tert wird, ist nicht voll­stän­dig. Be­zo­gen auf un­ser Bei­spiel­ob­jekt be­steht die Mög­lich­keit, dass aus­ge­rech­net die hoch­prei­sig ver­kauf­ten Ver­gleichs­ob­jekte in der Be­rech­nung feh­len, die im Mit­tel aber zu ei­nem we­sent­lich hö­he­ren Be­rech­nungs­er­geb­nis bei der Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung on­line füh­ren wür­den. Dar­auf weist der An­bie­ter un­se­res über­prüf­ten Online-Berechners sinn­ge­mäß auch hin. Nur, ver­steht das der ganz nor­male pri­vate Haus­ver­käu­fer? Mit mei­nen „11 Gol­de­nen Mak­ler­re­geln“ kön­nen Sie der Profi-Hausverkäufer wer­den.

Im Ge­gen­satz dazu ver­hält es sich mit sämt­li­chen! no­ta­ri­ell be­ur­kun­de­ten Ob­jek­ten völ­lig an­ders: Je­der No­tar ist ver­pflich­tet, nach ei­ner vor­ge­nom­me­nen Be­ur­kun­dung je­des Ob­jekt mit dem real er­ziel­ten Ver­kaufs­preis an die „Gut­ach­ter­aus­schüsse“ für die „Daten­bank der Kauf­preis­samm­lun­gen“ zu über­mit­teln. Wenn hier der Otto-Normalverbraucher den so­ge­nann­ten Ver­gleichs­wert an­fragt, dann wird er si­cher ge­hen kön­nen, dass er zu 100 % die rea­lis­ti­sche Ver­gleichs­wert­zahl er­hält. Diese Zahl spie­gelt ex­akt den Durch­schnitt al­ler Haus­ver­käufe der an­ge­frag­ten Re­gion wi­der.

Ei­nen Ver­such kann es wert sein, die Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung on­line spa­ßes­hal­ber ein­mal durch­zu­füh­ren. Die 29,90 € tun nicht wirk­lich weh, wenn man be­denkt, dass Fach­leute für eine Wert­ermitt­lung gut und gerne bei 650 € an­fan­gen und bei 2.000 € (je nach Ob­jekt­art und Stand­ort) noch nicht das Ende sein muss.

Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung on­line hin oder her. Wenn Sie un­si­cher sind, zie­hen Sie ei­nen Fach­mann hinzu. Dazu rät auch der Online-Betreiber.

Wir, un­ser Büro-Team, er­mit­tel­ten den Preis zu un­se­rem Bei­spiel (251.000 €) auf der Grund­lage un­se­rer 5-Formel-Methode un­ter Hin­zu­zie­hung zweier wei­te­rer Fak­to­ren. D. h. un­ser Re­sul­tat durch­lief sie­ben Be­rech­nungs­stu­fen, bis es end­gül­tig fest­stand und so auch no­ta­ri­ell be­ur­kun­det wurde. Der Ver­kaufs­preis war keine 08/15-Berechnung und auch keine Wert­ermitt­lung von der Stange.

Kli­cken Sie hier, um mehr zu er­fah­ren!

Wel­che Bi­lanz lässt sich aus dem Test­be­richt zur Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung on­line zie­hen?  Immobilienbewertung online

Mit blut­lee­ren Ma­schi­nen oder Daten­ban­ken ver­hält es sich bei­nahe so wie mit un­se­ren heu­ti­gen Schü­lern, die selbst fürs Rech­nen im Be­reich der vier Grund­re­chen­ar­ten zu früh und zu viel nur noch ih­ren Ta­schen­rech­ner oder ihr Smart­phone ein­set­zen. Sie sind nicht mehr in den Zah­len drin, ein­fach aus­ge­drückt. Kurz, sie ha­ben nicht mehr das Ver­hält­nis zu den Zah­len und zu dem, was sie als Re­sul­tat er­hal­ten. Dann kann 4 x 4 durch­aus 18 er­ge­ben, an­stelle von 16. Oder, um bei un­se­rem Bei­spiel zu blei­ben, 176.000 € an­statt 251.000 €. Der „kleine“ Feh­ler wie in der Über­schrift an­ge­führt, kann darin be­grün­det sein, dass der pri­vate Haus­ver­käu­fer es ver­säumt, sich fach­li­chen Rat ein­zu­ho­len – und zwar zu­sätz­lich zu der Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung on­line. Fach­li­chen Rat fin­den Sie in den „11 Gol­de­nen Mak­ler­re­geln“.

Ein letz­ter Ge­danke zum Thema: Eine Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung on­line könnte auch von ei­nem Kauf­in­ter­es­sen­ten Ih­rer Im­mo­bi­lie vor­ge­nom­men wer­den, wenn er si­cher­ge­hen will, dass er Ihr Ob­jekt, wel­ches er ins Auge ge­fasst hat, nicht zu teuer ein­kauft. Wenn Ih­nen Ihr Käu­fer da­mit kommt, ha­ben Sie mit die­sem Ar­ti­kel gute Ar­gu­mente.

Im­mo­bi­li­en­be­wer­tung on­line kann aber auch be­deu­ten, dass Mak­ler ihre Dienste im Netz an­bie­ten. Das dür­fen Sie dann so be­trach­ten, wie wenn die o. g. Schü­ler auf dem Smart­phone ihre Zah­len zwar ein­ge­ben, aber ge­nau wis­sen, ob das Re­sul­tat auch stimmt, weil sie ein Ver­hält­nis zu den Zah­len ha­ben.

 

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (6 Be­wer­tun­gen, Durch­schnitt: 4,83 von 5)
Loa­ding...